Nada Yoga
Nada Yoga – warum mit diesem Abschluss meine Reise eigentlich erst beginnt
Ein halbes Jahr Nada Yoga. Ein halbes Jahr Klang, Stimme, Sanskrit, Mantren, Yoga, Philosophie und Frequenzen. Und am Ende steht für mich weniger ein Abschluss als vielmehr das Gefühl: Jetzt beginnt etwas Neues.
Manchmal entscheiden wir uns für etwas und wissen ganz genau, warum. Und manchmal gibt es einfach diesen Ruf.
So war es bei mir mit der Nada-Yoga-Ausbildung in Goldegg.
Als ich mich dafür angemeldet habe, konnte ich gar nicht wirklich erklären, warum ich diese Ausbildung unbedingt machen wollte. Natürlich hatte sie mit vielen Bereichen zu tun, die mich schon lange begleiten: Yoga, Stimme, Musik, Klang, Energie, Frequenzen. Und trotzdem war da zunächst kein konkretes Ziel.
Ich wusste nur: Da zieht mich etwas hin.
Und interessanterweise passten auch die Termine dieses intensiven halben Jahres fast wie selbstverständlich in meinen Kalender. Einmal im Monat ging es für mehrere Tage, teilweise fast eine Woche, nach Goldegg. Inmitten eines ohnehin ziemlich vollen Lebens entstand plötzlich regelmäßig dieser Raum, in dem ich mich intensiv mit Nada Yoga – dem Yoga des Klangs – beschäftigen durfte.
Jetzt, am Ende dieser Ausbildung, verstehe ich ein bisschen besser, warum.
Wenn Klang plötzlich mehr wird als Musik
Musik begleitet mich schon fast mein ganzes Leben.
Seit ich ungefähr 16 Jahre alt bin, singe ich auch professionell. Ich komme allerdings nicht aus einem klassischen Musikstudium. Mein Zugang zur Musik war immer sehr intuitiv und gleichzeitig stark von der kommerziellen, westlichen Musikwelt geprägt.
Ich stand im Tonstudio, habe Coverversionen und Studioproduktionen eingesungen und Chöre und Background Vocals für unterschiedlichste Produktionen aufgenommen. Gerade in den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit vor fast 30 Jahren war das ein wesentlicher Teil meines Einkommens.
Damals wurden noch CDs produziert – ja, so lange ist das her. 😉
Später kamen eigene Songs und meine beiden Alben dazu.
Musik war also immer da.
Und trotzdem hatte ich in den vergangenen Jahren zunehmend die Lust am Singen und teilweise auch am Musikmachen verloren. Dafür gab es unterschiedliche Gründe. Vielleicht hatte sich auch einfach etwas verändert. Das, was Musik einmal für mich gewesen war, fühlte sich nicht mehr vollständig an.
Und genau an dieser Stelle hat Nada Yoga eine neue Tür geöffnet.
Denn plötzlich ging es nicht mehr nur darum, wie ein Ton klingt.
Es ging darum, was ein Ton ist.
Was macht Klang mit uns?
Was geschieht im Körper, wenn wir tönen?
Was passiert durch Wiederholung und Rhythmus?
Wie wirken einzelne Silben?
Warum wurden bestimmte Mantren über Jahrtausende weitergegeben?
Und warum kann uns ein Klang manchmal an einer Stelle berühren, die mit dem Verstand kaum erreichbar ist?
Sanskrit, Mantren und die Welt hinter dem Klang
Während der Ausbildung haben wir uns intensiv mit Sanskrit und Mantren beschäftigt: mit ihrer Entstehung, ihrer Bedeutung, ihrer Aussprache und mit den philosophischen Konzepten dahinter.
Aber auch die körperliche und physiologische Ebene war immer wieder Thema.
Wo entsteht ein Klang im Körper? Wo spüren wir Resonanz? Was verändert sich durch Atmung, Stimme und Vibration? Dazu kamen Ayurveda, TCM, Yoga und Yogaphilosophie sowie die Auseinandersetzung mit Sri Aurobindo und der Mutter.
Es waren viele unterschiedliche Zugänge zu einer eigentlich sehr alten Frage:
Was ist der Mensch – wenn wir ihn nicht nur als physischen Körper betrachten?
Genau hier wurde es für mich besonders spannend.
Denn ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Systemen, die den Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten: Yoga, TCM, Astrologie, Energetik, Körperarbeit, Stimme und Atem.
Lange habe ich diese Bereiche zwar miteinander verbunden, aber doch auch immer wieder versucht, sie zu trennen und einzuordnen.
Hier ist Yoga.
Dort ist Astrologie.
Da ist die Stimme.
Dort ist Musik.
Hier ist Körperarbeit.
Und irgendwo dazwischen ist die feinstoffliche Ebene.
Durch Nada Yoga wurde mir noch deutlicher:
Vielleicht muss ich sie gar nicht trennen.
Klang als Verbindung zwischen den Welten
Das ist wahrscheinlich eine meiner wichtigsten Erkenntnisse dieses halben Jahres.
Klang existiert nicht nur als abstrakte Idee. Klang ist Bewegung. Schwingung. Resonanz.
Wir können ihn hören. Wir können ihn körperlich wahrnehmen. Wir können teilweise beobachten und messen, was Schall, Atmung, Rhythmus und stimmliche Vibration bewirken.
Gleichzeitig bleibt da etwas, das sich nicht vollständig in Zahlen übersetzen lässt: unser individuelles Erleben.
Ein Musikstück kann einen Menschen völlig unberührt lassen und bei einem anderen innerhalb von Sekunden Erinnerungen, Bilder oder Emotionen auslösen.
Eine Stimme kann Sicherheit vermitteln oder Unruhe erzeugen. Ein einziger Ton kann einen ganzen Raum verändern. Genau diese Schnittstelle fasziniert mich.
Ich finde es spannend, dass sich moderne Forschung mit Bereichen beschäftigt, die in alten Traditionen seit sehr langer Zeit über Erfahrungswissen beschrieben werden. Dabei möchte ich beides nicht vorschnell gleichsetzen. Ein überliefertes spirituelles Konzept wird nicht automatisch zu einer wissenschaftlich bewiesenen Tatsache.
Aber wir können neugierig werden. Wir können fragen. Wir können beobachten. Und wir können dort, wo Forschung möglich ist, auch messen und überprüfen. Für mich müssen Wissenschaft und Spiritualität keine Gegner sein.
Vielleicht erzählen sie manchmal von ähnlichen Phänomenen – nur in unterschiedlichen Sprachen.
Was wussten die Rishis?
Besonders faszinierend finde ich in diesem Zusammenhang die jahrtausendealte Überlieferung der Mantren und des Sanskrit.
Die alten Rishis beschrieben Mantren nicht einfach als hübsche Melodien oder Texte. In der Tradition wurden Klänge, Silben und Mantren als etwas erfahren, wahrgenommen und weitergegeben, das eine bestimmte Qualität trägt. Ob wir diese Überlieferungen heute spirituell, philosophisch, kulturhistorisch oder wissenschaftlich betrachten, ist eine andere Frage.
Mich interessiert vor allem die Begegnung dieser Perspektiven.
Denn heute können wir viele körperliche Vorgänge untersuchen, die früher nicht messbar waren: Atmung, Herzfrequenz, Aktivität des Nervensystems, akustische Frequenzen, Resonanzen oder Vorgänge im Gehirn. Damit entsteht für mich ein faszinierender Raum zwischen altem Erfahrungswissen und moderner Forschung.
Nicht mit dem Anspruch: Die Wissenschaft beweist jetzt, dass die alten Yogis mit allem recht hatten.
Das wäre mir zu einfach.
Sondern mit der Frage:
Was können diese unterschiedlichen Wissenswelten voneinander lernen?
Vielleicht liegt genau darin unsere nächste Entwicklung
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass wir gesellschaftlich an einem interessanten Punkt stehen.
Auf der einen Seite leben wir in einer hochtechnologisierten, rationalen und wirtschaftlich geprägten Welt. Wir analysieren, optimieren, messen und digitalisieren immer mehr Bereiche unseres Lebens.
Auf der anderen Seite wächst bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Sinn, Verbundenheit, Körperwahrnehmung und einem tieferen Verständnis von sich selbst.
Vielleicht ist die Antwort darauf nicht ein Entweder-oder. Vielleicht geht es um ein Sowohl-als-auch.
Nicht Wissenschaft oder Spiritualität.
Nicht Körper oder Geist.
Nicht Leistung oder Wahrnehmung.
Nicht Rationalität oder Intuition.
Sondern darum, diese verschiedenen Ebenen wieder miteinander in Beziehung zu bringen.
Im chinesischen Denken würde man vielleicht von Yin und Yang sprechen: Kräfte, die unterschiedlich sind und gerade dadurch ein Ganzes bilden.
Und damit lande ich wieder bei einem Satz, der mich schon lange begleitet:
LIVE.YOUR.NATURE
Die eigene Natur zu leben bedeutet für mich immer weniger, sich für einen Teil von sich entscheiden zu müssen. Vielleicht bedeutet es vielmehr, die verschiedenen Teile wieder zusammenzuführen.
Meine Reise des kleinen Funkens
Und genau hier kommt die Astrologie ins Spiel.
Seit Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie ich Astrologie und Yoga sinnvoll miteinander verbinden kann. Daraus sind bereits viele Astro-Yoga-Einheiten entstanden, Workshops zu den Tierkreiszeichen und schließlich mein Astro-Yoga-Jahreskreis.
Aber während dieser Nada-Yoga-Ausbildung kam noch eine weitere Ebene hinzu: Was wäre, wenn wir astrologische Prinzipien nicht nur denken oder über den Körper erfahren – sondern auch klingen lassen?
Meine Projektabschlussarbeit wurde deshalb zu einem Experiment.
Sie trägt den Titel: „Die Reise des kleinen Funkens durch die zwölf Räume des Lebens.“
Eine Reise durch die zwölf astrologischen Häuser.
Ich habe sie gesprochen – Sprache und Stimme sind schließlich mein ureigenstes Werkzeug – und anschließend mit Tönen, Klängen und unterschiedlichen Soundebenen gestaltet. Fast wie ein kleines Hörspiel.
Und ich war selbst überrascht, wie gut das funktioniert hat. Denn so etwas hatte ich noch nie gemacht.
Plötzlich war Astrologie nicht nur Information. Sie wurde zu einer Reise. Zu Bildern. Zu Sprache. Zu Klang. Zu Atmosphäre.
Und damit öffnete sich für mich schon wieder die nächste Tür.
Wie klingt ein Tierkreiszeichen?
Diese Frage beschäftigt mich gerade.
Kann man die Qualität eines Tierkreiszeichens klanglich erfahrbar machen?
Wie würde Widder klingen?
Wie Stier?
Wie Skorpion oder Fische?
Welche Rolle könnten dabei Rhythmus, Stimme, Tonhöhe, Instrumente, Pausen oder bestimmte Frequenzräume spielen?
Und was ist mit den Planeten?
Wie lässt sich eine astrologische Beratung möglicherweise um eine auditive Ebene erweitern – nicht als Ersatz für astrologische Interpretation, sondern als zusätzliche Form des Erlebens?
Wie könnte Klang im Astro Yoga eingesetzt werden?
Und was entsteht, wenn Stimme, Körper, astrologische Symbolik und Klang nicht mehr nebeneinanderstehen, sondern miteinander arbeiten?
Ich weiß noch nicht, wohin diese Fragen führen werden. Und genau das gefällt mir daran.
VOICE | SOUND | VIBES bekommt eine neue Bedeutung
Vielleicht berührt mich diese Ausbildung auch deshalb so sehr, weil mir erst jetzt bewusst wird, wie stark sie mit dem verbunden ist, was ohnehin längst da ist.
VOICE | SOUND | VIBES
Diese drei Begriffe begleiten meine Arbeit schon länger.
VOICE – meine Stimme, meine Arbeit als Sprecherin und Moderatorin, das Singen, die Stimmarbeit.
SOUND – Musik, Klang, Mantren, Nada Yoga.
VIBES – Schwingung, Wahrnehmung, Yoga, Astrologie, Energie und die Frage, was zwischen den sichtbaren Dingen liegt.
Vielleicht musste ich gar nichts Neues erfinden.
Vielleicht musste ich nur erkennen, dass diese scheinbar unterschiedlichen Wege längst aufeinander zulaufen.
Ein Abschluss, der eigentlich ein Anfang ist
Nach diesem intensiven halben Jahr in Goldegg bin ich vor allem dankbar.
Für das Wissen. Für die Erfahrungen. Für all die Fragen.
Für Aurelio, Fabian, Ulla, Elisabeth, Gabi, Karoline und all jene Menschen und Experten, die uns begleitet und ihr teilweise über Jahrzehnte erworbenes Wissen über Sanskrit, Mantren, Yoga, Klang und Philosophie mit uns geteilt haben.
Und für die Gruppe, mit der wir gemeinsam lernen, singen, tönen, zuhören, ausprobieren und manchmal wahrscheinlich auch einfach staunen durften. Morgen feiern wir unsere Abschlusszeremonie. Und natürlich ist damit etwas abgeschlossen.
Aber mein stärkstes Gefühl ist ein anderes:
Jetzt beginnt meine Reise eigentlich erst.
Dieses halbe Jahr hat Räume geöffnet, von denen ich vor Beginn der Ausbildung teilweise noch gar nicht wusste, dass ich sie betreten möchte. Und genau deshalb bin ich froh, dass ich damals nicht gewartet habe, bis ich eine vernünftige Erklärung dafür hatte, warum ich diese Ausbildung machen sollte.
Ich habe den Ruf gehört und bin ihm gefolgt. Vielleicht müssen wir nicht immer schon wissen, wohin uns ein Weg führt. Manchmal reicht es, neugierig genug zu sein, den ersten Schritt zu machen.
Und dann zuzuhören, was in uns zu klingen beginnt.
LIVE.YOUR.NATURE
VOICE | SOUND | VIBES










